„Mein Mann sagt immer: ’Ohne dich wäre ich nicht da, wo ich heute bin’“.

Babsi Christler ist Mutter, Pferdewirtin und Reitlehrerin. Sie ist eine, die anpackt und den Hof ihres Mannes im Lesachtal am Laufen hält. Genau dafür liebt sie ihr Mann. Lisa-Maria Homagk hat die Geschichte aus Babsis Sicht aufgeschrieben.

Meinen Mann Robert habe ich mit 24 Jahren über meinen Bruder kennengelernt. Er hat damals für ihn gearbeitet und mein Bruder wollte mich von Anfang an mit ihm verkuppeln. Während meiner Lehre habe ich sehr wenig verdient, aber zum Glück konnte ich bei meinem Bruder wohnen. Dafür habe ich ihn im Haushalt unterstützt und die Buchhaltung für ihn erledigt. Robert kam immer wieder zum Kaffeetrinken vorbei. Ich erinnere mich noch an sein uraltes Handy und dass ich ihm unbedingt ein neues andrehen wollte. Dabei sind wir ins Gespräch gekommen.

Im Winter 2008/2009 war dann das Lesachtal zugeschneit. Ich wusste, dass er dort wohnt und habe ihn angerufen und gefragt, wie es bei ihm aussieht. Er sagte: „Hast du ein Blatt Papier? Halt dir das vor’s Gesicht, dann weißt du, wie es hier aussieht.“ Das hat mir gefallen.

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Barbara (Babsi) Christler, 34, ist in Annaberg-Lungötz im Salzburger Land geboren und gemeinsam mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihrem Mann Robert, 38, ihren zwei Kindern, 5 und 7, Kühen, Pferden, Katzen und einem Hund etwa 200 km weiter südlich auf einem Hof in Ladstatt im Lesachtal. Bild: Barbara Christler / privat

Unsere Beziehung hat sich ganz langsam aufgebaut. Den Hof hatte Robert bereits vor unserem Kennenlernen von seinen Eltern übernommen. Seine Geschwister waren alle schon weg. Nach einigen ersten Treffen hat mich Robert auf seinen Hof eingeladen. Gleich bei meinem ersten Besuch habe ich mit angepackt. Das hat mir nichts ausgemacht, ich war noch nie faul und habe auch zu Hause immer mitgeholfen.

Im Sommer sind wir dann gemeinsam in den Urlaub nach Kroatien gefahren. An eine Situation erinnere ich mich ganz besonders: Wir saßen beim Essen oft mit einem älteren Ehepaar zusammen, das sich gegenseitig mit „Mama“ und „Papa“ angesprochen hat. Wir haben uns ausgemalt, dass wir später auch eine Familie haben und so miteinander reden werden. Und so ist es ja auch gekommen. Das war unsere erste und einzige gemeinsame Reise. Heute verbringen wir unseren Urlaub und unsere freie Zeit am liebsten mit den Kindern auf dem Bauernhof.

„Der Robert findet keine Bäuerin mehr.“

Nach dem Abschluss meiner Lehre als Pferdewirtschaftsarbeiterin bin ich zu Robert auf seinen Hof gezogen. Im Dorf haben sie schon geredet: „Der Robert findet keine Bäuerin mehr.“ Vielleicht wurde ich gerade deswegen von allen freundlich aufgenommen, besonders von meinem Schwiegervater, der inzwischen leider verstorben ist. Ich musste ihm versprechen, dass ich bleibe. Ich habe mich schnell eingelebt und die Führung von Haushalt und Hof übernommen, während Robert seiner Arbeit als Waldarbeiter nachgeht. Oft ist er von früh morgens bis abends weg. Darüber habe ich mich nie beschwert. Mir war es immer lieber, er hat Arbeit. Jeder hat seine Aufgaben. Am Sonntag verbringen wir unsere freie Zeit gemeinsam. Selbst Holzhacken ist dann keine lästige Arbeit für uns; wir genießen einfach die Zeit zu zweit, auch wenn wir arbeiten. Die Liebe war von Anfang an da, aber bis heute wächst sie und wird immer größer. Natürlich hatten wir auch Höhen und Tiefen, aber wir haben alles überwunden.

Nach der Geburt unseres Sohnes Thomas haben wir im Sommer 2013 standesamtlich geheiratet. Da war ich hochschwanger mit unserer Tochter Vanessa. Es war eine schöne Feier mit unseren Familien. Mit Babybauch wollte ich nicht kirchlich heiraten.

„Mein Mann sagt immer: ‚Ohne dich wäre ich nicht da, wo ich heute bin’“.

Über die Jahre haben wir den Hof immer wieder erweitert. Mein Traum war es immer, einen Pferdestall zu haben und mit Kindern als Reitlehrerin zu arbeiten. Robert hat mir das alles ermöglicht und ist stolz auf mich. Wir haben auch eine neue Werkstatt gebaut und ich habe ihn dazu ermutigt, neue Maschinen und einen Bagger anzuschaffen. Die Investitionen waren gut für uns und für unseren Hof. Mein Mann sagt immer: „Ohne dich wäre ich nicht da, wo ich heute bin“. Er schätzt mich so, wie ich bin und ich ihn. Wir unterstützen uns immer gegenseitig.

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